Server-Prozessoren im Überblick

Auch im Serverbereich dominieren die großen CPU-Hersteller Intel und AMD das Geschehen. Während AMD mit seinen Prozessoren aus den Produktfamilien EPYC und Opteron auf die individuellen Anforderungen von Servern in Rechenzentren eingeht, sind es bei Intel die Xeon-Prozessoren, die speziell für den Einsatz im Server konzipiert wurden. Im Laufe der Jahre haben Intel und AMD unterschiedliche Modelle auf den Markt gebracht.

Intel Xeon
Der Markenname Xeon wurde von US-amerikanischen Halbleiterspezialisten Intel bereits im Jahr 1998 eingeführt. Der Archetyp des Xeon war ein für den Mehrsockelbetrieb optimierter Pentium-II-Prozessor. Seitdem sind alle Xeon-CPU quasi aus der jeweiligen Desktop-Variante abgeleitet. Sie unterscheiden sich von den Consumer-Produkten allerdings durch ihre Multiprozessorfähigkeit sowie durch einen deutlich größeren Cache. Außerdem bestechen Intels Xeon-CPU oftmals durch technologische Innovationen, die erst später ihren Weg in den Consumermarkt fanden. Ein Beispiel hierfür ist das Hyper-Threading, bei dem ein einzelner Prozessor in zwei virtuelle Einheiten aufgeteilt wird, um die Systemgeschwindigkeit deutlich zu erhöhen. Auch den Dual-Channel-Speicherzugriff spendierte Intel zunächst nur seinen Server-CPU. Damit ist es seit Anfang der 2000er-Jahre möglich, mehrere Arbeitsspeicher-Module zeitgleich an einem Prozessor zu betreiben, was für einen flinkeren Datentransfer im System sorgt. Nach der Sandy-Bridge-Mikroarchitektur folgten bei Intels Xeon-CPU noch Ivy Bridge, Haswell, Broadwell, Skylake und Kaby Lake. Im April 2019 erschien mit dem Xeon Cascade Lake das derzeit aktuelle Prozessormodell. Intels neueste Server-CPU unterstützen modernste Computeranwendungen wie autonomes Fahren, Hybrid-Cloud-Infrastrukturen, KI-Systeme (künstliche Intelligenz), High-Performance-Computing (HPC) und viele weitere Use Cases.

Aktuelle Xeon-Modelle:

Intel Xeon Bronze

Mit den „kleinen“ Bronze-CPUs des Xeon stellt Intel eine Einsteigervariante für KMU mit geringeren Anforderungen bereit. Die Intel Xeon Bronze Prozessoren sind preislich attraktiv, in puncto Leistung aber vergleichsweise dürftig ausgestattet.   

Intel Xeon Silver

Die Silver-Serie von Intels Xeon Server-CPU verspricht ausreichend Leistung
für Anwendungsszenarien mit gehobenen Ansprüchen und punktet zudem mit einer guten Energieeffizienz. Die Prozessoren verfügen somit über genügend Leistung für Netzwerklösungen des höheren Einsteigersegments.

Intel Xeon Gold

Mit erweiterter 2-4-Sockel-Skalierbarkeit, guter Performance und hoher Zuverlässigkeit haben Intels Xeon Gold Prozessoren genügend Power für anspruchsvolle Rechenzentren und IT-Lösungen. Die Server-CPUs werden u. a. für Multi-Cloud-Lösungen eingesetzt.

Intel Xeon Platinum

Die Platinum-Baureihe der Xeon-CPU bildet die Speerspitze von Intels Server-Prozessoren. Die CPU sind zwar vergleichsweise preisintensiv, doch in Sachen Leistungsfähigkeit sind sie den anderen Modellen eindeutig überlegen. Sie werden demnach auch in agilen Hybrid-Cloud-Rechenzentren eingesetzt oder bilden die Basiseinheit beim maschinellen Lernen, bei KI-Anwendungen oder bei aufwändigen Echtzeitanalysen.

Die Server-CPUs sind auch unter dem Namen Intel Scalable beziehungsweise aktuell unter Scalable Second Generation bekannt. Zu den meistverkauften Modellen des Intel Xeon gehören die Varianten 4210, 4214 und 4216, die allesamt aus der Silver-Modellreihe stammen.
Diese Server-CPU überzeugen durch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und eine stabile Performance.

 

AMD
AMD ist längst kein Newcomer mehr auf dem Markt für Server-Prozessoren. Doch bei einem aktuellen Server-CPU-Vergleich steht der kalifornische Chipentwickler seiner Konkurrenz in nichts nach. Mit Einführung des EPYC im Jahr 2017 baute AMD erstmals auch Server-CPU auf Grundlage seiner innovativen Zen-Mikroarchitektur. Für Server wurden mit dem EPYC 7000 und dem EPYC 3000 zwei CPU ohne integrierte Grafikeinheit vermarktet. Im Desktop-Äquivalent erfreute sich AMDS Ryzen-Prozessor derweil einer immer größeren Beliebtheit, auch weil viele AMD-CPU günstiger sind als das vergleichbare Intel-Modell. Durch die technologischen Entwicklungen schaffte AMD es, dem Rivalen Intel in den letzten Jahren große Marktabteile zu entreißen. Im Business-Bereich und bei Komplett-PC-Systemen hat Intel aber (noch) die Nase vorn. Um die Opteron-Prozessoren gab es zwar nicht so einen großen Hype wie bei den CPU mit Zen-Microarchitektur, doch auch diese Server- und Workstation-Zentraleinheiten versprechen dank hardwareseitigem Multithreading eine gute Performance.

Aktuelle AMD-Modelle:

AMD EPYC 

EPYC-Prozessoren der 7000er-Reihe – auch bekannt unter dem Namen AMD ROME 2 – haben durchgehend acht RAM-Kanäle und sind als 4-Chip-Module konzipiert. AMD bietet hier Varianten mit einem Sockel oder zwei Sockeln an. Je nach Basistakt und Anzahl der Kerne stellt eine EPYC-CPU genügend Rechenleistung für Big Data, Rendering oder auch komplexe Datenbanken zur Verfügung. Mit den EPYC-Prozessoren der 3000er-Baureihe legte AMD Anfang des Jahres 2018 nach und brachte so spezielle Server-CPU für Edge Server oder Embedded Server auf den Markt, die vor allem im Bereich Internet of Things künftig eine große Rolle spielen sollen.  

AMD Opteron 

Im Gegensatz zur EPYC-Baureihe sind AMDs Opteron Prozessoren schon länger auf dem Markt zu haben. Diese Central Processing Units speziell für den Enterprise-Bereich brachte AMD schon im Jahr 2003 auf den Markt. Heute bietet AMD mit den Opteron Prozessoren der A-Serie eine skalierbare System-on-a-Chip-Plattform mit einem sehr ausgewogenen Preis-Leistungsverhältnis. Bei den Opteron X Prozessoren integriert AMD zusätzlich seine hauseigene Grafiktechnologie und schnürt so ein Gesamtpaket für Cloud-Gaming-Anwendungen, aber auch für Content Distribution Networks oder multimediaorientierte Workloads.

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